Was kommt, wenn Familie geht?

von Birgit Kelle,
veröffentlicht in www.theeuropean.de

Früher lernte man es anhand von Geschwistern. Nebenbei. Heute werden Babys in Schulen gebracht, um Kindern Empathie, Rücksichtnahme und emotionale Intelligenz beizubringen. So weit ist es schon gekommen. 

An einer Bremer Oberschule werden in einem neuen Projekt seit vergangenem November Babys als Empathie-Trainer eingesetzt. Einmal im Monat kommt ein Säugling mit seiner Mutter in die Schulklasse auf Besuch. Es sind Schulen in sozialen Brennpunkten. Die Kinder haben es oft nicht einfach. Sie spielen mit dem Baby, beobachten, wie es von Monat zu Monat wächst, wie es sich entwickelt, was es Neues dazugelernt hat.

Beobachten Stimmungsschwankungen, lernen zu deuten, was das Kind will, Gesichter lesen, was ihm gefällt, was es nicht mag. Die Klassen freuen sich auf den Besuch, die Lehrer berichten über große soziale Erfolge. Selbst die größten Rabauken der Klassen schmelzen demnach wie Butter in der Sonne, sobald ein Baby sie anlacht. Initiiert hat das Projekt die Organisation „Roots of Empathy“ aus Kanada, die das Projekt inzwischen in zahlreiche Länder weitergetragen hat. Kostenfaktor allein für das Bremer Projekt: 100.000 Euro.

 

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Was ist Familie? Stabilität und Verlässlichkeit als Qualitäts-kriterien

von Dr. Albert Wunsch,
veröffentlicht in
ATKearney 361°

Die Frage, welche Art des Zusammenlebens die optimalsten Bedingungen für das Aufwachsen von Kindern bereitstellt, ist zukunftsweisend für die nachwachsende Generation und den Wirtschaftsstandort Deutschland, schreibt Albert Wunsch, promovierter Erziehungswissenschaftler und Psychologe, in seinem Beitrag für A.T. Kearney 361°.  Es geht ihm um eine punktgenaue Erfassung dessen, was im Zentrum einer gesellschaftlichen Förderung stehen soll.

Controlling, Effektivität und Effizienz, solche Begriffe prägen seit Jahren die Diskussion zur Optimierung von Arbeitsprozessen. Bisher wurde jedoch weitgehend ausgeblendet, einen prüfenden Blick auf die Qualität und Langzeitwirkung der vielen heute vorfindbaren Familien-Formen zu richten. Ist dies Zufall oder opportunistischer Tribut an den Zeitgeist? Denn die Frage, welche Art des Zusammenlebens die optimalsten Bedingungen für das Aufwachsen von Kindern bereitstellt, ist zukunftsweisend für die nachwachsende Generation und den Wirtschaftsstandort Deutschland. Aber beim Thema Qualitätsanforderungen zu Erziehung und Familie wird eher ‘das Schweigen der Lämmer’ in Szene gesetzt. Wie unscharf oft Begriffe verwendet werden, wird durch folgende Sequenz einer Podiumsdiskussion offenkundig:

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